Fussball – ein Wirtschaftsfaktor mit wachsender Bedeutung

Bundesliga Tickets
Foto: jamoluk / pixabay (CC0)
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Im Fußball ist eine Menge Geld unterwegs. Dieses wird vom Markt generiert und ist damit ein Indikator für die wirtschaftliche Bedeutung des Volkssports, der längst zu einer globalen Marke geworden ist.

In der Folge haben sich professionelle Fußballvereine zu vollwertigen Wirtschaftsunternehmen entwickelt. Vereine wie der deutsche Branchenprimus FC Bayern München und dessen Verfolger, beispielsweise Borussia Dortmund, erwirtschaften jedes Jahr einen Umsatz von mehreren hundert Millionen Euro, und diese Tendenz ist steigend, wie der FC Bayern auf der letzten Jahreshauptversammlung mit Zahlen belegte.

Wegen dieser Dimensionen sehen sich die Clubs mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Das gilt vor allem für deutsche Vereine, die sich einerseits mit der europäischen Konkurrenz messen müssen, die aber gleichzeitig den strengen nationalen Vorschriften unterliegen. Dabei ist die „50+1“-Regel zu nennen, die besagt, dass deutsche Profivereine nicht mehr als 49 Prozent ihrer Anteile an Investoren abgeben dürfen. Da ausländische Konkurrenten aus Spanien, England, Italien und Frankreich keine Einschränkung dieser Art befolgen müssen, ergibt sich daraus ein ungleiches Duell: Prominente Beispiele sind Paris St. Germain, der FC Chelsea oder Manchester City, die sich allesamt vollständig in der Hand fremder Investoren befinden.

Der Fußball-Romantik ist diese Entwicklung nicht unbedingt zuträglich – den Investitionsmöglichkeiten jedoch schon. Trotz geringerer sportlicher Erfolge können die genannten Vereine höhere Gehälter zahlen und mehr Geld für die Transfers von Superstars ausgeben; deutsche Clubs dagegen sind auf konventionelle Wege bei der Geldbeschaffung angewiesen. Immerhin: Wie der Kreditvergleich zeigt, ist geliehenes Geld von Banken günstiger als je zuvor und dank der strengen Lizenzvorschriften verfügen deutsche Vereine über eine durchweg gute Bonität.

Zahlreiche Branchen als Nutznießer des fußballerischen Erfolgs

Angesichts dieser Verhältnisse überrascht es also nicht, dass Bayern München und Co. genau wie andere Großunternehmen ständig mit Krediten arbeiten. So wurde die Allianz Arena, die 2005 eröffnet wurde, von den Bayern mit fremdem Kapital finanziert. Wegen der kontinuierlich soliden Arbeit des FC Bayern konnte die Tilgung ganze 16 Jahre früher als geplant abgeschlossen werden, sodass das Stadion inzwischen vollständig dem FC Bayern gehört.

Die Erlöse, beispielsweise durch Ticket-Verkäufe, die bei Top-Spielen wie dem kommenden Champions-League-Rückspiel gegen Arsenal umso teurer sind, fließen also zu ganzen Teilen in die Vereinskasse. Dies wiederum wirkt sich auch auf den Jobmarkt aus. König Fußball ist weltweit für viele tausend Arbeitsplätze verantwortlich, denn neben dem sportlichen Personal beschäftigen die Clubs Mitarbeiter für Werbung, Marketing, Organisation, in Fan-Shops und im Stadion; außerdem profitieren Gastronomie, Bus, Bahn, Fluglinien, Hotelketten, Textilhersteller und die Medienwelt enorm von der großen Nachfrage des Produkts, das einst in den Straßen Englands erfunden wurde.